Unsere Führungskultur braucht mehr weibliche Talente. Mit den Weichenstellungen, die Ihr Unternehmen jetzt vornimmt, um mehr Frauen in Top-Positionen zu bringen, schaffen Sie die richtige Grundlage für die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens. Hier erfahren Sie, warum.

Wer morgen ganz vorne mitspielen will, der muss heute die Weichen dafür stellen. Eine der wichtigsten Stellschrauben: die richtige Führungskultur. Nur diejenigen Organisationen werden sich dauerhaft am Markt behaupten können, die schon heute ihre Hausaufgaben machen – nämlich Zukunftsfähigkeit dauerhaft und strategisch in der eigenen Führung zu implementieren und zu leben. Dies ist eine der Grundthesen der Initiative „Zukunftsfähige Führung e.V.“ (IZF). Der Verein unter der Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden der Hewlett Packard GmbH, Prof. J. Menno Harms, beschäftigt sich seit 2013 mit dem Thema: Was genau ist eine zukunftsfähige Führung, und wie kann sie nachhaltig in Unternehmen verankert werden?

Zukunftsfähige Führung als Herausforderung

Laut IZF-Vorsitzendem Harms bestimmen drei Kriterien die Qualität und den Status von zukunftsfähiger Führung im Unternehmen:

  1.  Ein offener Führungsstil, der Kritik als Entwicklungsmotor schätzt
  2.  Ein an der Work-Life-Balance orientiertes, wertschätzendes Management des Teams
  3.  Ein am digitalen Wandel ausgerichteter Einsatzgrad smarter Techniken

Davon sind viele Firmen noch meilenweit entfernt. Zeitmangel auf der einen Seite und veraltete, männlich geprägte Strukturen auf der anderen Seite machen zukunftsfähige Führung zu einer Herausforderung in den Spitzenetagen. Harms fordert deshalb zu Recht: „Das Thema muss einen festen Platz auf der Agenda deutscher Chefinnen und Chefs erhalten.“

Das sehen viele Führungskräfte allerdings nicht so. Im Gegenteil – vielfach werden die eigenen Qualitäten überschätzt bzw. dramatisch anders eingeschätzt als sie das Team wahrnimmt.

Eine von der Initiative beauftragte repräsentative Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach mit 278 Führungskräften und 273 Nachwuchskräften kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Selbstbild und Fremdbild deutscher Chefs weichen stark voneinander ab. Dies umso stärker, je hierarchischer die Firmenstruktur und je traditioneller der eigene Führungsstil ist. Neue Rahmenbedingungen müssen her. Mehr Frauen in Führung zu bringen, ist eine entscheidende davon.

Out: der dominante Führungsstil

Was die IZF-Studie auch aufzeigt: Jede 5. Nachwuchskraft hält das Führungsverhalten ihres Vorgesetzten derzeit schlicht für nicht zukunftsfähig. Eben aufgrund von zu starrem Dominanzverhalten und Hierarchiedenken – das ist einfach out bei den Nachwuchskräften der Generation Y und damit auch beim optimalen Führungsstil von morgen.

Gefragt sind bei den Digital Natives schon heute Eigenschaften und eine Unternehmenskultur, die permanenten Wandel als Motor der eigenen Weiterentwicklung begreift. Ihre Ziele sind ebenfalls die Ziele vieler Frauen. Und nicht nur das: Frauen können besondere Talente hinsichtlich Teamfähigkeit, Sozialkompetenz und Flexibilität entfalten. Das macht sie zu Schlüsselfiguren im Management der Zukunft, das genau diese Skills benötigt.

Seit der McKinsey-Studie „Women matter“ von 2007 werden bei uns die Themen Diversity und weibliche Management-Qualitäten breiter diskutiert. Frauen in Führung gelten seitdem als Indiz für eine optimierte Unternehmenskultur. Frauen stärker an die Macht also. Aber sind mehr Frauen in Führungspositionen per se ein Garant für Erfolg?

Offensichtlich, das zeigt die Studie des Washingtoner Peterson Instituts. Die Studie wertete Daten von 22.000 Unternehmen aus 91 Ländern aus und kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis:

“Steigt der Frauenanteil in der Chefetage um 30 %, zieht das einen höheren Umsatz nach sich.“

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Unternehmen können durch mehr Frauen in Führung nur gewinnen, so das Fazit. Auch die Studie der Schweizer Bank Credit Suisse kam 2012 und 2015 bereits zu dem Ergebnis, dass Unternehmen mit mindestens einer Frau im Vorstand höhere Renditen erwirtschaften.

In: weibliche Skills & Talente

Aber zukunftsfähige Führung bezieht sich beileibe nicht nur auf die Vorstandsetage und die Gewinnmaximierung. Auch Quotenfrauen alleine bringen ein Unternehmen nicht nachhaltig auf Zukunftskurs. Zukunftsfähige Führung ist vielmehr eine nachhaltige Business-Excellence-Strategie, in der Frauen ihren festen Platz haben sollten.

Nicht der Umsatz entscheidet über das Überleben, sondern das richtige Umdenken und Umsetzen von zukunftsfähiger Führung durch alle Ebenen hindurch. Und genau hier können Unternehmen mit mehr Frauen im Management punkten.

Mehr Top-Frauen im Unternehmen und damit eine ausgewogene Geschlechterverteilung verändern eine Geschäftskultur positiv. Aber es gilt, genau hinzuschauen: Führung bleibt Führung und verlangt entsprechendes Handeln wie Entschlossenheit, Durchsetzungskraft, Risikobereitschaft – unabhängig vom Geschlecht.

“Frauen sind dann bessere Chefs, wenn sie ihre besten Talente nutzen können.“

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Ihnen zugeschriebene positive Eigenschaften wie eine hohe Sozialkompetenz und Führungsqualität ohne Old-School-Chefgehabe schwinden bislang eher, je höher sie in der Hierarchie steigen. Zu diesem Ergebnis kommt die „Post-Diversity“-Studie der renommierten Personalberatung Russel Reynolds Associations mit über 4.300 Entscheidern: Bei einem Frauenanteil in Führungsgremien ab 22 Prozent, beweisen Frauen genauso viel Ellenbogen-Mentalität und Karrierekalkül wie ihre männlichen Kollegen – sie nutzen die gleichen Strategien, um sich an der Macht zu halten. Studienautor Joachim Bohner sieht darin die Chance für Frauen in Führungspositionen. Managerinnen in aller Welt könnten so „ihren Exotenstatus abschütteln und einfach nur Führungskräfte sein“, so der Psychologe.

Ein höherer Frauenanteil in der Führung bricht Geschlechterklischees auf. Das ist gut so. Den Rückfall in den dominanten Führungsstil gilt es dabei allerdings bei beiden Geschlechtern unbedingt zu vermeiden: er ist nicht zukunftsfähig, egal wer ihn anwendet. Frauen sollten vielmehr ihre Talente gewinnbringend einsetzen können. Das mit dem dominanten Führungsstil vieler Männer einhergehende „übertriebene Gockelgehabe“ nicht nötig zu haben, ist laut Allianz-Top-Managerin Helga Jung ein entscheidendes Plus für Frauen im Job.

Fazit: Frauen in Führung – es kommt auf das Wie an

Eines der wichtigsten Merkmale erfolgreicher Unternehmen: Sie lässt neue Arbeitszeitmodelle zu. 62 Prozent der Nachwuchskräfte halten die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für zentral – aber nur 48 Prozent heutiger Chefs, so ein weiteres Ergebnis der Allensbach Studie des IZF. Mit mehr Frauen im Top-Management kann gerade die Work-Life-Balance zum Gütesiegel der Performance Ihres Unternehmens werden. Ob Kita- oder Konzernmanagement – zukunftsfähige Führung lebt Diversity und flexible Strukturen.

Das sind die drei Top-Empfehlungen für zukunftsfähige Führung:

  • Pflegen Sie einen offenen Führungsstil, der den eigenen Handlungsspielraum kontextuell statt hierarchisch auslotet
  • Orientieren Sie sich am Potenzial und den Bedürfnissen Ihres Teams, stellen Sie den Menschen in den Vordergrund
  • Leben Sie persönliches Wachstum als Führungskraft und Vorbild

 

Die Zahl der Frauen in Führungspositionen wächst mit 1 Prozent jährlich zwar langsam aber kontinuierlich. Machen Sie Ihr Unternehmen schon jetzt durch Frauen zukunftsfähiger: Sie werden den positiven Effekt in den Chefetagen durch mehr weibliche Business Excellence in kurzer Zeit effektiv spüren.

 

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