FKi – Der Frauen-Karriere-Index

Der Frauen-Karriere-Index steht für Frauenförderung in Führungspositionen und will aktiv die Karrierechancen der Frauen in den Unternehmen fördern.

www.frauen-karriere-index.de

Für Frauen in Deutschland trifft die Aussage immer noch zu, dass die Luft an der Spitze dünn wird. Obwohl die konservative Wertvorstellung von der sozialen Rolle der Frau in unserer Gesellschaft heute gemeinhin als antiquiert angesehen wird, schaffen es immer noch zu wenige Frauen in Führungspositionen. Dabei profitieren Unternehmen langfristig, wenn sie die Interessen und Anforderungen ihrer weiblichen Mitarbeiter unterstützen.

Zunächst lohnt ein Blick auf die Tatsachen: Im internationalen Vergleich steht Deutschland mit 22,6 Prozent vergleichsweise schlecht da, wenn es um den Frauenanteil in der Führungsspitze von Unternehmen geht. Zum Vergleich: In Norwegen sind es 38,7 Prozent.

Unternehmen machen sich mit mehr Frauen in Führung fit für die Zukunft

Die immer noch schwache Frauenquote in Führungspositionen hat vielerlei Gründe: Oft artikulieren Frauen ihre Karrierewünsche nicht konsequent, andererseits mangelt es vielen Unternehmen an passenden und erfolgreichen Strategien, um mehr Frauen in Führung zu bringen.

Der Frauen-Karriere-Index (FKi) analysiert Strategien, ermittelt welche Maßnahmen erfolgreich sind und unterstützt Unternehmen in der Entwicklung ihrer Ziele und Umsetzung. Das Ziel dabei ist es, Unternehmen in Zukunft wettbewerbsfähiger zu machen. Das ist eine einfache Rechnung: Der Faktor Mensch ist ein wichtiger Faktor auf dem Weg zu Business Excellence. Möchte ein Unternehmen innovative Mitarbeiter an sich binden, muss es entsprechende Strukturen bieten. Der Frauen-Karriere-Index erfasst daher die Kriterien, die Unternehmen nicht nur für Frauen interessant machen, sondern vielmehr Kriterien, die auch eine digitalisierte Generation Y anziehen.

Diese Unternehmen profitieren also doppelt, denn wer die Bedürfnisse seiner weiblichen Mitarbeiter nach einer guten Work-Life-Balance und selbstbestimmter Arbeitsgestaltung erfüllt, stößt seine Türen auch für andere exzellente Fach- und Führungskräfte auf, mit denen die Zukunft des Unternehmens steht und fällt.

Digitalisierung schafft neue Arbeitskonzepte und mehr Anreize für High Potentials

Ein gutes Arbeitsklima, persönliche Aufstiegschancen, flexible Arbeitszeitgestaltung und finanzielle wie soziale Sicherheit, das sind die Prioritäten, auf die heute nicht nur Frauen setzen. Wer aber Innovation in seinem Unternehmen will, muss ihr auch den nötigen Entwicklungsraum bieten.

Das Silicon Valley zeichnet sich auch nicht nur durch Kapital und Know-how, sondern durch einen eigenen Lebensstil aus, der für die Talente hoch attraktiv ist.

XING-CEO Thomas Vollmoeller

Die Digitalisierung von Arbeitsprozessen und das Thema New Work heben den Arbeitsbegriff auf eine neue Ebene, machen diesen Anspruch von Mitarbeitern an innovative und hochattraktive Arbeitsbedingungen heute realisierbar und resultieren nicht zuletzt in einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Kernpunkte des Themas New Work sind dabei:

  • Vernetztes Arbeiten
  • Teamwork
  • Offenheit
  • Transparenz
  • Ideenmanagement

Die Homeoffice-Möglichkeiten etwa, welche durch die Digitalisierung und Cloud-basiertes Arbeiten sowie interne Chat-Systeme  neue Dimensionen erhalten, werden in Deutschland nicht annähernd ausgeschöpft. Jeder dritte Arbeitnehmer würde laut einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung gern von zu Hause aus arbeiten, doch nur jeder zehnte tut es. Auch hier hinkt Deutschland im europäischen Vergleich deutlich hinterher. Hier muss die Einstellung zu den Mitarbeitern und deren Verhalten und Motivation gründlich überdacht werden – weg von Kontrolle und Misstrauen hin zu Vertrauen und Förderung der Eigenständigkeit. Wenn deutsche Unternehmen von Entrepreneurship sprechen und Mitarbeiter zu mehr Initiativen auffordern, ist das noch völlig anders umfasst, als wenn dies internationale Unternehmen tun. Eigeninitiative, Engagement und Erfolge werden in der amerikanischen Kultur und nicht nur im Silicon Valley wesentlich höher geschätzt und aktiver gefördert.

Unternehmen müssen verstehen, dass ihr Erfolg zu einem Großteil von seiner Kompatibilität mit Frauenwünschen abhängt. Anders gesagt: Wer seine Arbeitgeber-Attraktivität für High Potentials steigern möchte, muss da ansetzen, wo es um die Arbeitsplatzgestaltung von Frauen geht. Individualismus ist im Trend. Das bedeutet auch, dass Mitarbeiter (vor allem Frauen) immer mehr den Sinn ihrer Tätigkeit hinterfragen. Begegnet man dieser Frage nicht mit Offenheit, steigt die Chance einen wertvollen Mitarbeiter zu verlieren. 

Ein kurzes Video über den Frauen-Karriere-Index.

Frauen müssen einerseits selbst aktiv ihre Karrierewünsche und ihre Ziele artikulieren. Andererseits brauchen sie eine gezielte Förderung durch das Unternehmen, damit eine langfristige Karriere in einem Unternehmen realisierbar ist und die berufliche Qualifikation zur vollen Entfaltung kommt. Erst wenn diese Kriterien erfüllt sind, werden wir auch mehr Frauen in Chefsesseln sehen.

Der Frauen-Karriere-Index schafft Transparenz und Wettbewerb

Der Frauen-Karriere-Index ist ein Management-Instrument, das seine Ergebnisse mithilfe eines Fragebogens ermittelt und in der ersten Pilot- und Erhebungsphase durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde. Die erste Veröffentlichung von Daten und Ranking erfolgte im Jahr 2013. Zwei Jahre später wurde der Index in die Barbara Lutz Index Management GmbH überführt.

Der Index bezeichnet die Stärken eines Unternehmen im Hinblick auf seine Offenheit und legt Defizite frei. Der FKi liefert außerdem wirkungsvolle Strategien in Form von detaillierten Verbesserungsansätzen und schafft einen Vergleich der Unternehmen untereinander – unabhängig von Branche und Größe.

Wichtig ist, dass Transparenz auf zwei Ebenen entsteht: Einerseits wird den Unternehmen gezeigt, welches Potenzial bisher ungenutzt blieb um ihre Arbeitgeber-Attraktivität zu steigern und bietet gleichzeitig strategische Ziele und Lösungen an. Auf der anderen Seite können Frauen ein Unternehmen leicht identifizieren, das sich aktiv und positiv mit dem Thema Frauenförderung auseinandersetzt.

Je mehr ambitionierte Frauen Karriere mit Kind als eine Selbstverständlichkeit ansehen, desto etablierter wird diese Entwicklung auch in unserer Gesellschaft. Auf dieser Ebene kann endlich sachlich und ergebnisorientiert diskutiert werden. 

Die unsachliche und emotional aufgeladene Debatte zum Thema Frauenförderung und Gender Diversity stößt mir auf. Meinungen, Vorurteile und Beschuldigungen empfinde ich als klaren Mangel an einem sachlichen Themenbezug. Es fehlt meist außerdem eine partnerschaftliche Dialogebene.

“#FKI dient der Versachlichung einer hochemotionalen Diskussion: #Frauenförderung in Unternehmen “

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Meine persönliche Erfahrung als Managerin hat mir gezeigt, dass wir uns zwar bei wichtigen Entscheidungen nie ganz von dem Einfluss unserer Emotionen freisprechen können, aber Zahlen, Daten und Fakten dennoch einen intensiven und fachlichen Austausch erheblich erleichtern und schneller zum Ziel führen. Darum bin ich stolz, dass wir mit dem Frauen-Karriere-Index einen Wert liefern, der eine faktenbasierte und lösungsorientierte Argumentation in Bezug auf dieses gesellschaftlich wichtige Thema ermöglicht.

Mehr Frauen in Top-Positionen: Wie funktioniert der Frauen Karriere-Index?

Um den FKi zu ermitteln, wird eine große Anzahl an Indikatoren beleuchtet. Was macht ein Unternehmen – etwa im Hinblick auf Arbeitszeit, Kommunikation oder Personalentwicklung? Gibt es eventuell Nachholbedarf und worin besteht dieser? Eine weitere Gliederung umfasst die Teilindizien wie Struktur, Verpflichtung und Rahmenbedingungen. Aus dem Durchschnitt dieser Komponenten errechnet sich der FKi-Wert.

Angelika Gifford Mitglied der Geschäftsführung und Executive Diversity Sponsor, Hewlett-Packard GmbH

„Mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen ist für uns ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Unsere offene Unternehmenskultur hilft uns, tradierte Muster zu durchbrechen und unsere Maßnahmen nachhaltig zu verankern.“

Dieser kristallisiert die Frauenfreundlichkeit von Unternehmen heraus, würdigt die Fairness, im Hinblick auf Karrierechancen für Frauen und zeigt Unternehmen außerdem auf, wie sie sich als besonders attraktive Arbeitgeber positionieren. 

Frauen übernehmen gerne Verantwortung und Männer geben sie gerne auch mal ab

In Anbetracht der Geburtenrückgänge und dem gleichzeitigen Mangel an Frauen in Führungspositionen darf das Thema „Mutter und Managerin“ meiner Meinung nach nicht die erste Assoziation mit dem Frauen-Karriere-Index sein. Vielmehr ist das Thema „Kinder“ eine von vielen Komponenten, welche die Attraktivität von Unternehmen für Frauen – und zunehmend auch für Männer – charakterisiert. Das Thema Kinder und Familie stellt selbstverständlich einen großen Wert in unserer Gesellschaft dar. Mehr Väter in Elternzeit wären eine weitere gesellschaftliche Errungenschaft. Es geht aber nicht um das Plädoyer für ein spezifisches Familien-Modell.

“Chancengleichheit: Familie ist nur ein Teilaspekt, wenn es um Arbeitgeber-Attraktivität geht.“

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Vielmehr sollen Männer wie Frauen gleichermaßen eine Chance auf die Verwirklichung ihrer Karriere haben. Frauen, die diesen Weg einschlagen möchten, müssen wissen, welche Unternehmen sie aktiv fördern. So können sie diesen Schritt bewusst in einem Unternehmen tun, das sie unterstützt. Fest steht, dass ein positiver Employer Brand jedem Unternehmen garantiert ist, das sich den neuen digitalen und flexiblen Möglichkeiten der Arbeitsgestaltung öffnet.   

Sie möchten wissen, wie der Frauen-Karriere-Index Ihr Unternehmen langfristig erfolgreicher machen kann?